DAS SCHÖNE – eine Notwendigkeit
- 1. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit

"Baies rouges / Rote Beeren" 60 x 60 cm, 2025
"Das Schöne ist die Pracht des Wahren." – Platon
Kürzlich las ich einen Artikel, der das Schöne lobte. Wie wohltuend, dass nun auch die Wissenschaft jenem Gefühl recht gibt, das mich seit jeher begleitet:
Ein Kunstwerk zu betrachten, Musik zu hören, eine Landschaft zu bewundern oder in die Welt der Poesie einzutauchen – all das wirkt heilsam auf Geist und Seele.
Laut einer Studie senkt bereits ein oder zwei Museumsbesuche im Jahr das Sterberisiko um 14 %.
Ja – vielleicht kann uns Schönheit wirklich das Leben retten 😉In Kanada verschreiben manche Ärzte sogar Museumsbesuche – vermutlich die angenehmste Therapie, die man sich vorstellen kann.
Von Anfang an habe ich beschlossen – vielleicht ein wenig gegen den Strom –, mich dem Schönen zu widmen.
Auch wenn ich dabei auf scheinbare Klischees wie Blumen, Libellen oder glitzerndes Wasser zurückgreife – ganz im Sinne des japanischen Grafikdesign-Meisters Mitsuo Katsui –, gilt für mich:
Schönheit ist nichts Oberflächliches.
Doch sind es wirklich Klischees – oder vielmehr Symbole unserer universellen Sehnsucht nach Harmonie, Leichtigkeit und innerer Ruhe?
von links nach rechts: "Tummelnde Libelle", 20 x 20 cm / "Morgennebel", 20 x 20 cm
Schönheit ist kostbar, notwendig, lebenswichtig. Die Designer Jessica Walsh und Stefan Sagmeister zeigen in ihrer eindrucksvollen Studie, wie stark ästhetische Gestaltung unser Empfinden beeinflusst, unser Handeln prägt – und welch großer Konsens über die universelle Wahrnehmung von Schönheit besteht.
Sich mit Schönheit zu umgeben, ist für mich eine Haltung – und ein wiederkehrendes Thema meiner Arbeit.
In meinem Gemälde „KREBS – eine Entblößung in Empfindsamkeit“ vertraue ich auf ihre heilsame Kraft. Denn Ästhetik verändert uns: Sie besänftigt, öffnet, verbindet – manchmal stärker als jedes Argument.
→ Ein Blick auf meine Arbeit zum Thema Schönheit und Verletzlichkeit:
Im Atelier von schönen Dingen umgeben sein
Oft genügt ein einziger Satz, ein kleines Detail – und eine ganze Welt beginnt zu leuchten.
So wie bei Proust die Weißdornblüten, bei Swann eine einzige musikalische Phrase oder das Rot des Fahnentuchs in Delacroix’ „La Liberté guidant le peuple“, das einst einen jungen Kritiker zum ersten Mal wirklich berührte – so genügte auch mir ein einziger Satz, um mein bildnerisches Vorstellungsvermögen ein Leben lang zu nähren.
→ Mehr über den Satz, der meine Bildwelt prägte:
→ Weitere Links, wo Poesie, Bildende Kunst und Natur einander begegnen:
Poésie, Natur, Bildende Kunst & sogar Musik
Solche Augenblicke lassen uns spüren, dass Empfindsamkeit kein Luxus ist, sondern eine Art, intensiv zu leben.
Studien – wilde Brombeeren, Waldpilz, Rosenblatt: all die kleinen Schönheiten der Natur
Eine Herbstrose
Kleine rote Beeren
Wilde Brombeeren
Darum: hinausgehen.
In die Natur, ins Museum, in die Musik.
Sich rühren lassen –
von den warmen, weiß-cremefarbenen Tönen der Waldpilze,
vom Zittern einer Libellenflügel im Sonnenlicht,
vom samtigen Grün der Wiesen, das wie ein leiser Augen-Streichler wirkt.
Sich darin verlieren.
Sich berühren lassen.
Aus solchen Momenten der Stille und des Staunens wächst meine Malerei. Sie haben auch meine neuen Bilder begleitet – vielleicht schenken sie Ihnen ein wenig Atem, Leichtigkeit und eine kleine Dosis „Museums-Therapie“.

"Fleur de vent / Windblüte" 60 x 60 cm, 2025

"Caprice d'été II / Sommerlaune II" 60 x 60 cm, 2025
Und da das Sprechen über das Schöne immer auch die Suche nach dem Wahren und Guten einschließt, scheint mir dieses Zitat die Essenz wunderbar zusammenzufassen:
„Alles, was wahr ist, alles, was ehrbar ist, alles, was gerecht ist, alles, was rein ist, alles, was liebenswert ist … darüber sollt ihr nachdenken.“— Paulus von Tarsus
Es scheint aus einer Quelle zu kommen, die – wer weiß – unsere Lebenserwartung um ganze 100 % verlängern kann 😊
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