SPAZIERGAND ZUR ABTEI VON CHÂALIS
- 1. Dez. 2021
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Auf den Spuren von Gérard de Nerval im Valois
Im vergangenen Sommer habe ich den Boden der Töchter von Condé betreten und bin den Spuren meines Lieblingsdichters Gérard de Nerval in die Oise gefolgt, im Norden der Île-de-France.
Ich wollte in die Landschaften seiner Kindheit eintauchen, seine Inspirationsquellen spüren und Eindrücke sammeln, die in meinen Bildern weiterleben.
Von der Abtei von Châalis über Senlis, Pierrefonds, Chantilly bis Compiègne habe ich Farbe mitgebracht:
das Purpur der Buntglasfenster,
die berauschenden Boudoirs der Schlösser,
das perlweiße Leuchten des Morgentaus,
die sanften Grautöne der Chimären*
und die fruchtigen Nuancen der Blumenbeete.
Und natürlich habe ich mich in die Literatur vertieft, als ich einige der Filles du feu entdeckte … War es Adrienne, Sylvie oder Aurélia?
Hier sind einige Impressionen aus dem schönen Valois,
die ich mit euch teilen möchte ...
Die bunten Grautöne von Chimäre und alten Steinen ...
Das Perlweiß des Morgentaues und die spritzigen Noten der Blumenbeete ...
Die Purpur der Buntglasfenster, die Samtkleider oder die Einbände alter Bücher ...
Einige Töchter von Condé :-)
Die Dame mit schwarzen Augen - Sylvie

"Die Dame mit den schwarzen Augen - Sylvie"
Öl und Acryl, Öl und Collage auf Leinwand, 80 x 80 cm, 2021 Christin Breuil
«Dann eine Dame, an ihrem hohen Fenster,
blond mit schwarzen Augen, in ihren alten Kleidern ...»
"Fantasy" Gérard de Nerval
Blumenstrauß in der Loge
Die berauschende Atmosphäre einer Theaterloge – man könnte sich vorstellen, es sei die von Aurélia, der verehrten Figur aus den ‚Filles du feu‘ – hat mich zu einer kleinen Serie inspiriert, eine leise Hommage an Auguste Renoir und sein ‚Bouquet dans une loge‘ im Musée de l’Orangerie.

"Blumenstrauß in der Loge - Aurelia"
Acryl, Collage, bestickter Tüll und Tusche auf Papier, 19 x 19 cm, 2021 Christin Breuil
«Schön wie der Tag im Rampenlicht, welches sie von unten beleuchtete, bleich wie die Nacht, als das herabgelassene Geländer sie von oben beleuchtet zurückließ unter den Strahlen des Kronleuchters.»
"Les Filles du feu" Gérard de Nerval
Die Umgebung der Domäne
"Die Umgebung der Domäne"
Acryl, Tusche, Collage und Bleistifte auf Papier, 12 x 12 cm, 2021 Christin Breuil
Zur Lektüre von Gérard de Nerval
Les Filles du feu / „Sylvie: Erinnerungen ans Valois“
*Les Chimères / „Aurélia: Der Traum und das Leben“
„Sylvie“Schon Marcel Proust bemerkte den einzigartigen Charakter dieses Textes. Er beschrieb ihn als ein „Bild von irrealer Farbe“ mit einer Atmosphäre, die „wie der Nebel eines Morgens in Chantilly zwischen den Worten liegt“, als einen „Traum eines Traumes“, in dem man immer wieder die Orientierung verliert.
„Aurélia“Baudelaire war begeistert, und die Surrealisten erklärten es zum Kultbuch: Aurélia ist das letzte Werk des großen französischen Schriftstellers Gérard de Nerval, bevor er 1855, gequält von zunehmenden Wahnvorstellungen, starb. Der Erzähler wandelt in Trauer um seine verlorene Geliebte zwischen Traumwelt und Realität, driftet in fantastische und manchmal alptraumhafte Zwischenwelten. Er begegnet Geistern, Chimären und Vorzeichen seines nahenden Todes, bis ihn die Suche nach Erlösung zu einer neuen Frau führt, die ihn auf magische Weise in ihren Bann zieht.
Zur Serie Domänen & Literatur
Zur Serie "Kleinformate-Domänen & Literatur"
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